Der Keller riecht muffig, das Hygrometer zeigt 70 % — also Luftentfeuchter rein und einfach durchlaufen lassen? Bevor du das tust, lohnt ein Blick auf den Stromzähler: Im echten 24-Stunden-Dauerbetrieb gehört ein Kompressor-Entfeuchter zu den teureren Dauerverbrauchern im Haushalt. Hier rechnen wir ehrlich vor, was der Betrieb kostet, warum Dauerbetrieb in den meisten Fällen der falsche Ansatz ist — und in welchen zwei Situationen er trotzdem die richtige Wahl ist. Wir fassen dabei öffentlich verfügbare Informationen und Herstellerangaben zusammen.
Die Rechnung: Was kostet ein Luftentfeuchter pro Stunde?
Kompressor-Luftentfeuchter für den Hausgebrauch nehmen laut Herstellerangaben typischerweise 300 bis 700 Watt auf — kleine Wohnraumgeräte liegen am unteren, kräftige Kellergeräte am oberen Ende. Die Grundformel ist simpel: Leistung (kW) × Stunden × Strompreis. Bei einem Strompreis von 0,30 €/kWh (wie überall auf dieser Seite) ergibt das:
- 300 W: 0,3 kWh pro Stunde → 0,09 €/h
- 500 W: 0,5 kWh pro Stunde → 0,15 €/h
- 700 W: 0,7 kWh pro Stunde → 0,21 €/h
Pro Stunde wirkt das harmlos. Entscheidend ist die Laufzeit — hier die Tabelle für ein mittleres 500-W-Gerät:
| Betriebsstunden (500 W) | Verbrauch | Kosten (0,30 €/kWh) |
|---|---|---|
| 1 h | 0,5 kWh | 0,15 € |
| 4 h/Tag | 2 kWh/Tag | 0,60 €/Tag ≈ 18 €/Monat |
| 8 h/Tag | 4 kWh/Tag | 1,20 €/Tag ≈ 36 €/Monat |
| 24 h Dauerbetrieb | 12 kWh/Tag | 3,60 €/Tag ≈ 108 €/Monat |
Beim sparsamen 300-W-Gerät kostet der 24-h-Dauerbetrieb rund 2,16 € pro Tag (≈ 65 €/Monat), beim 700-W-Gerät 5,04 € pro Tag (≈ 151 €/Monat). Der Unterschied zwischen "4 Stunden gezielt" und "24 Stunden durchgehend" ist also der Unterschied zwischen 18 und 108 € im Monat — beim selben Gerät. Deinen eigenen Fall kannst du in unserem Stromkosten-Rechner in 30 Sekunden durchspielen: rechne deine Kosten selbst →
Warum Dauerbetrieb meist der falsche Ansatz ist
Der eigentliche Punkt: Dauerbetrieb ist in den meisten Wohnsituationen gar nicht nötig. Ein Raum hat eine begrenzte Menge Feuchte — ist die Zielfeuchte einmal erreicht, muss das Gerät nur noch nachregeln, wenn neue Feuchte dazukommt (Duschen, Kochen, Wäsche, Mauerwerk). Genau dafür gibt es den Hygrostat bzw. Automatikmodus: Du stellst eine Zielfeuchte von 45–60 % relativer Luftfeuchte ein, das Gerät entfeuchtet bis zu diesem Wert und schaltet den Kompressor dann selbstständig ab. Erst wenn die Feuchte wieder steigt, springt es erneut an.
In der Praxis läuft der Kompressor so oft nur wenige Stunden am Tag statt 24 — und du sparst den Großteil der Stromkosten, ohne auf trockene Luft zu verzichten. Werte unter 45 % rF bringen übrigens keinen Zusatznutzen: Schimmel wird bereits ab dauerhaft unter etwa 60 % rF stark gebremst, und zu trockene Luft reizt Schleimhäute. Wer das Gerät ohne Hygrostat einfach durchlaufen lässt, bezahlt also dafür, die Luft unnötig weit zu trocknen.
Wann Dauerbetrieb wirklich gerechtfertigt ist
Es gibt zwei ehrliche Ausnahmen, in denen das Gerät tatsächlich rund um die Uhr laufen sollte:
- Wasserschaden-Trocknung: Nach einem Rohrbruch oder Hochwasser steckt die Feuchte in Wänden, Estrich und Möbeln — hier muss über Tage bis Wochen durchgetrocknet werden, und die Stromkosten sind gegen Schimmel- und Bauschäden das kleinere Übel. (Bei versicherten Schäden übernimmt oft die Versicherung auch die Trocknungskosten — nachfragen lohnt sich.)
- Sehr feuchter Keller: Wenn Feuchte permanent durch Mauerwerk oder Bodenplatte nachströmt, erreicht der Raum die Zielfeuchte nie dauerhaft von selbst. Dann läuft das Gerät faktisch im Dauereinsatz — umso wichtiger sind ein Hygrostat (damit es wenigstens in trockeneren Phasen pausiert) und ein Anschluss für einen Kondensatschlauch: Das Kondensat läuft direkt in einen Bodenabfluss, statt dass du mehrmals täglich den Tank leerst — sonst stoppt das Gerät bei vollem Tank und die Trocknung setzt aus. Mehr zur Kellersituation in unserem Ratgeber Luftentfeuchter für den Keller.
Unsere Empfehlung für Keller & Dauereinsatz: Comfee MDDF-20DEN7
20 l/Tag Entfeuchtungsleistung, einstellbarer Hygrostat und Anschluss für den Dauerablauf per Kondensatschlauch — genau die Ausstattung, die den Dauerbetrieb bezahlbar und wartungsarm macht.
Basierend auf öffentlich verfügbaren Tests — wir haben das Gerät nicht selbst getestet.
So senkst du die Kosten konkret
- Zielfeuchte nicht unter 45 % einstellen: 45–60 % rF reichen gegen Schimmel und für gutes Raumklima. Jedes Prozent darunter kostet unnötig Kompressor-Laufzeit.
- Türen und Fenster geschlossen halten: Sonst entfeuchtest du das Treppenhaus oder — im Sommer — die nachströmende warme Außenluft gleich mit. Stoßlüften ja, aber Gerät währenddessen aus.
- Gerät passend dimensionieren: Ein zu kleines Gerät läuft ewig und erreicht die Zielfeuchte nie, ein deutlich zu großes taktet häufig. Für den feuchten Keller lieber ein Gerät mit 16–20 l/Tag Nennleistung, das schneller fertig ist und wieder abschaltet.
- Hygrostat-Modus statt Dauerstufe nutzen: Der wichtigste Einzelhebel — siehe oben. Wer ein Gerät mit Hygrostat hat, sollte ihn auch aktivieren.
- Granulat-Entfeuchter für kleine ungeheizte Räume: In Abstellkammer, Gartenhaus oder Wohnwagen arbeitet ein stromloser Granulat-Entfeuchter oft wirtschaftlicher als ein Kompressorgerät — zumal Kompressoren unter etwa 10–15 °C deutlich an Leistung verlieren. Wann was sinnvoll ist, klärt unser Vergleich Granulat oder elektrisch?
Häufige Fragen
Was kostet ein Luftentfeuchter im Dauerbetrieb pro Tag?
Typische Kompressor-Geräte ziehen 300–700 W. Bei 0,30 €/kWh sind das 0,09–0,21 € pro Stunde — im 24-h-Dauerbetrieb also etwa 2,16 bis 5,04 € pro Tag bzw. rund 65 bis über 150 € im Monat. Ein mittleres 500-W-Gerät liegt bei ca. 3,60 € pro Tag und rund 108 € im Monat.
Sollte ein Luftentfeuchter 24 Stunden am Tag laufen?
In den meisten Fällen nein. Sinnvoller ist der Automatikmodus mit Hygrostat: Du stellst eine Zielfeuchte von 45–60 % relativer Luftfeuchte ein, das Gerät entfeuchtet nur bis zu diesem Wert und schaltet dann automatisch ab. So läuft der Kompressor oft nur wenige Stunden am Tag statt 24 — und der Großteil der Stromkosten entfällt. Echter Dauerbetrieb lohnt sich nur bei einer Wasserschaden-Trocknung oder in sehr feuchten Kellern.
Wann lohnt sich der Dauerbetrieb eines Luftentfeuchters?
In zwei Fällen: bei der Trocknung nach einem Wasserschaden, wo das Gerät über Tage oder Wochen durchlaufen muss, und in sehr feuchten Kellern, in denen die Feuchte ständig nachströmt. Dann brauchst du ein Gerät mit Hygrostat und Anschluss für einen Kondensatschlauch (Dauerablauf), damit du nicht mehrmals täglich den Wassertank leeren musst — das Kondensat läuft direkt in einen Abfluss.